aktion leben fordert zum Weltfrauentag EU-Gelder zur Prävention von Schwangerschaftsabbrüchen
Letzte Woche entschied die EU-Kommission über die Europäische Bürgerinitiative „My Voice. My Choice“. Im Ergebnis: Es wird keinen „Finanzierungsmechanismus“, sprich eigenen Fonds für grenzüberschreitende Angebote zum Abbruch von Schwangerschaften, geben. Allerdings steht den Ländern nun frei, Mittel aus dem von der EU finanzierten Sozialfonds dafür zu verwenden. Da es aber nicht mehr Geld gibt, müsste dieses Geld umgewidmet werden. „Der Sozialfonds finanziert Weiterbildungsangebote und Maßnahmen für den Berufseinstieg vor allem benachteiligter Gruppen“, erklärt Kronthaler.
Basis für Prävention fehlt
„Einseitige Maßnahmen lösen zudem keine Probleme“, ist Martina Kronthaler überzeugt. Beim Thema ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche ist ein Bündel an Überlegungen nötig: „Schwangerschaftsabbrüche gehören zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen. In Österreich fehlen nach wie vor Basisdaten, die wir dringend für Prävention brauchen“, sagt Kronthaler. „Wir haben in Österreich keine veröffentlichten Zahlen, wie viele Frauen einen Abbruch durchführen lassen, wie viele sich wegen mangelnder Unterstützung gegen ein Kind entscheiden, wie viele unter Druck gesetzt werden, wie viele sich einen Abbruch nicht leisten können“, bemängelt die Generalsekretärin.
Probleme sind keine Privatsache
Keine Frau wünscht sich einen Schwangerschaftsabbruch, oft geschieht er aus Not heraus: „Viele Sorgen stehen dahinter, die zur Privatsache erklärt werden. Damit fehlen auch Angebote“, sagt Kronthaler. „Junge Menschen sorgen sich, wie sie sich ein Leben mit Kindern leisten können. Wohnungen werden zunehmend unleistbar. Die Arbeitswelt nimmt wenig Rücksicht. Es fehlt die selbstverständliche Priorität für Frauen und Familien. Wo sind Bildungsmaßnahmen, um die gemeinsame Sorge für Kinder zu gewährleisten?“, appelliert Kronthaler an die österreichische Regierung, genau hinzuschauen und elternfreundlicher zu werden.
Umdenken und Zusammendenken
„Damit es zu möglichst wenig Abbrüchen kommen, brauchen wir ein Umdenken bei Männern!“, ruft Kronthaler auf. Männer, die verantwortungsvoll mit ihrer Fruchtbarkeit umgehen, sich um Verhütung kümmern und die für ihre Kinder ebenso da sind, wie es von den Müttern erwartet wird. „Wir müssen noch viel mehr für Frauen tun, damit sie mit Kindern gut leben können und Armutsfallen beseitigen.“
Schwangerschaftsabbrüche sind einerseits eine sehr persönliche Entscheidung, aber sie finden in einem bestimmten Umfeld, einer bestimmten Atmosphäre statt. „Nutzen wir den Gestaltungsspielraum für ein kinder- und elternfreundliches Österreich zuallererst“, bittet Kronthaler die Verantwortlichen in Politik und Regierung.
Schwangerenberatung auf Spenden angewiesen
Eltern-Werden ist eine besondere Zeit, in der sich das Leben dramatisch ändert und die Anforderungen steigen. Werden Menschen in dieser Phase gut begleitet, schaffen sie diesen Übergang leichter, fühlen sich gehalten und weniger allein. Daher sollte dieses Angebot allen Frauen und selbstverständlich zur Verfügung stehen.
„Schwangerenberatung kann nur angeboten werden, weil Menschen dafür spenden. Finanzielle Hilfe für schwangere Frauen in Notlagen werden zu 100 Prozent von Spenderinnen und Spendern getragen“, dies ist ein unhaltbarer Zustand, der dringend geändert werden muss“, appelliert Kronthaler an die Politik mehr Augenmerk auf dieses wichtige Angebot zu legen.
aktion leben fordert daher
- die Einrichtung eines öffentlich finanzierten Hilfsfonds für schwangere Frauen.
- vollständige Finanzierung von unabhängigen Schwangerenberatungsstellen
- flächendeckende Informationen über Schwangerenberatung